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Ein breites Bündnis für soziale Gerechtigkeit in Strausberg

Am 1. Mai versammeln sich Menschen in Strausberg, um gegen den Sozialabbau und die drohende Einführung von 13-Stunden-Tagen zu protestieren. Ein breites Bündnis macht auf die Gefahren aufmerksam.

Es war ein kalter Morgen in Strausberg, der 1.

Mai. Die Witterung mochte ungemütlich erscheinen, aber das Hallenfieber war nicht zu übersehen, als sich die ersten Menschen vor dem Rathaus versammelten. Freude und Sorge lagen in der Luft, ein feiner, fast schon spürbarer Kontrast. Die Sorgen der Anwesenden drehten sich vor allem um den drohenden Sozialabbau und die Einführung von Arbeitszeiten, die selbst die unternehmungslustigsten Büroangestellten in einen Zustand des Schreckens versetzten: den 13-Stunden-Tag.

Die Menge war bunt gemischt – von Gewerkschaftern bis zu besorgten Bürgern, die sich zusammengefunden hatten, um eine Botschaft klar zu vermitteln: Gerechtigkeit für alle. Ein breites Bündnis, das an diesem Tag nicht nur gegen die drohenden Gefahren auf die Straße ging, sondern auch für die Grundwerte der sozialen Gerechtigkeit. Es ist doch verwunderlich, wie viele unterschiedliche Gruppen man unter einem gemeinsamen Banner versammeln kann, wenn die Dinge gefährlich genug erscheinen. Ein Umstand, der in seiner Ironie fast schon erfreulich ist.

Obschon die Sonne sich bis zum Mittag nicht blicken ließ, schien das Engagement der Anwesenden die Kälte zu vertreiben. Auf Transparenten war zu lesen: "Soziale Gerechtigkeit für alle!" und "Kein Mensch ist illegal!". Das waren nur einige der vielen Forderungen, die in Strausberg gehört wurden. Während ich durch die Menge schlenderte, bemerkte ich die Energie, die von den Sprechern auf der Bühne ausging. Ihre Stimmen klangen laut und klar, und die Menschen um sie herum schienen mit jedem Wort mehr zu erwachen, als würden sie aus einem langen Schlaf gerissen.

Eindrucksvoll war eine der Reden, in der ein junger Gewerkschafter von den Gefahren erzählte, die mit der Ausweitung von Arbeitszeiten einhergehen. Der Gedanke, dass ein Tag der Arbeit in einen Tag der Abnutzung umschlagen könnte, schien der Menge zu missfallen. Man kann sich leicht vorstellen, dass sie nicht gewillt sind, die Kontrolle über ihr Leben und ihre Arbeitsbedingungen kampflos aufzugeben. Die Wut und Entschlossenheit waren greifbar, während die Menschen aufstampften und sich gegenseitig ermutigten.

Das Problem des Sozialabbaus ist ein Thema, das nicht nur in Strausberg, sondern bundesweit auf der Agenda steht. Die voranschreitende Deregulierung des Arbeitsmarktes und die damit einhergehende Prekarisierung sind nicht nur theoretische Diskurse mehr. Sie sind Realität. Die Menschen sind müde, sich mit einer Unsicherheit abzufinden, die ihren Alltag durchdringt. Es sind nicht nur die Schwierigkeiten, die in dieser Stadt selbst sichtbar sind, sondern die Probleme sind auch ein Spiegelbild weitreichender Entwicklungen in unserer Gesellschaft.

Als ich mich mit einem älteren Herrn unterhielt, der mehr als vier Jahrzehnte in der Industrie gearbeitet hat, stellte er fest, dass in seiner Zeit an den gleichen Themen gekämpft wurde, aber die Antworten scheinen nicht mehr zu existent zu sein. "Es gibt kein Zurück zu einer besseren Vergangenheit", so seine ernüchternde Einsicht. Vielleicht ist das der Grund, warum die Menschen hier im Jetzt versammelt sind, um zu zeigen, dass sie nicht bereit sind, die nächsten Schritte in diese dunkle Richtung zuzulassen.

Ein breites Bündnis ist es, das Schutz und Stärke bietet. Die Menschen in Strausberg zeigen, dass sie bereit sind, für soziale Gerechtigkeit zu kämpfen, egal, wie frostig der Tag auch sein mag.

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