Kleine Gärtner: Neindorfer Kita-Kinder pflanzen Gemüse
In der Börde, wo die Felder weit und die Gemüsesorten vielfältig sind, lernen Neindorfer Kita-Kinder das Gärtnern. Von Möhren bis Kohlrabi – eine spannende Entdeckungsreise.
In der ländlichen Idylle der Börde, zwischen weitläufigen Feldern und sanften Hügeln, steht eine kleine Kita, in der das Abenteuer Gemüseanbau beginnt.
Die Kinder des Neindorfer Kindergartens sind aufgeregt. Heute ist ein großer Tag – sie werden Möhren und Kohlrabi pflanzen. Das Vorhaben, das sich zunächst wie ein einfaches Spiel anfühlt, birgt tiefe Lektionen über Natur, Geduld und die Freuden des Erntens.
Die Sonne kitzelt die Wangen der kleinen Gärtner, während sie sich mit Schaufeln und kleinen Gießkanistern auf dem angelegten Gartenbeet versammeln. Die Erzieherin, Frau Müller, steht vorne und erklärt, wie man die Saat gut vorbereitet. „Gemüse wächst nicht über Nacht“, sagt sie mit einem Blick, der sowohl Geduld als auch Vorfreude verrät. Die Kinder nicken voller Ernst, als wüssten sie bereits, dass es beim Wachsen nicht nur um die Arbeit, sondern auch um die Zeit geht.
Ein Junge namens Felix, der eine unerschütterliche Leidenschaft für alles Grüne hat, fragt: „Warum können wir nicht die fertigen Möhren kaufen?“ Frau Müller lächelt und antwortet: „Weil es viel mehr Freude macht, sie selbst zu pflanzen. Und außerdem schmecken sie viel besser!“ Dies ist eine Aussage, die sich nicht nur für Möhren, sondern für viele Elemente des Lebens anwenden lässt.
Plötzlich wird die Gruppe auf die Erde aufmerksam. „Schaut, da sind Würmer!“, ruft ein Mädchen begeistert und zeigt auf den Boden. Die kleinen Erdebewohner haben die Aufgabe, den Boden fruchtbar zu machen, und während die Kinder fasziniert über die Würmer diskutieren, wird klar, dass gelernt wird, während sie spielen. Das ist der Kern des Gärtnerns und der Kindheit: im Kollektiv zu wachsen.
Die erste Saat
Mit einer gewissen Ernsthaftigkeit legen die Kinder die ersten Samen in die vorbereiteten Reihen. „Kohlrabi hat einen runden Kopf, genau wie ich!“, ruft die kleine Leni, während sie ihre Samen mit bedächtiger Hand in die Erde drückt. Das Bewusstsein, dass das, was sie jetzt pflanzen, in ein paar Monaten auf dem Tisch stehen könnte, erfüllt jeden mit einer Art magischem Staunen. Die Kinder stellen sich vor, wie die Möhren und der Kohlrabi in der Erde wachsen und gedeihen, unterstützt von der warmen Sonne und dem lebensspendenden Regen.
Die Erzieherin ermutigt die Kinder, mit den Pflanzen zu sprechen. „Sagt ihnen, dass sie wachsen sollen!“, fordert sie sie auf. Die Kinder sind zunächst skeptisch, doch nach ein paar Überredungskünsten beginnen sie, den Samen ihre Wünsche zuzuraunen. Die Vorstellung, dass Worte einen Einfluss auf die Natur haben, ist vielleicht etwas naiv, aber in der Unschuld der Kindheit scheint sie durchaus plausibel.
Stunden vergehen, und die Beete sind mittlerweile ein buntes Sammelsurium von kleinen Samenkörnern, die in ihrer schwarzen Erde verborgen liegen. Zu diesem Zeitpunkt wird den Kindern klar, dass das Gärtnern ein kontinuierlicher Prozess ist. Es ist nicht nur der Moment des Pflanzens, sondern auch das Warten und Pflegen, das dazugehört. Ein Kind fragt: „Was passiert, wenn es nicht regnet?“ Frau Müller beantwortet die Frage mit einer Anekdote über den selbst gebauten Komposthaufen der Kita, der aufzeigt, dass man auch in schwierigen Zeiten für das Wachstum sorgen kann.
Der Tag endet mit einem gemeinsamen Picknick auf der Wiese neben dem Garten. Es sind keine Gurkensandwiches oder Karottensticks im Angebot; stattdessen gibt es knusprige Brötchen mit Aufstrich und einen Hauch von abenteuerlicher Freiheit. Während die Kinder kauen und über ihre Erfahrungen im Garten sprechen, fallen Sätze wie „Ich möchte Gärtner werden!“ und „Könnte ich auch einmal einen großen Kohlrabi züchten?“
Die Neindorfer Kita hat nicht nur einen Tag im Garten verbracht; sie hat ein Stück weit die Vorstellung vom eigenen Tun und der Verantwortung für Wachstum kultiviert. Vielleicht haben die Kinder hier den ersten Schritt in eine Zukunft gemacht, in der sie tiefer in die Geheimnisse der Natur eintauchen und dabei das einfache und tiefgründige Vergnügen am Gärtnern entdecken.
Wenn die Sonne hinter dem Horizont verschwindet und die Schreie des Spielens in der Ferne verklingen, bleibt nur die Gewissheit, dass in ein paar Monaten die Beete sprießen werden. Und damit auch das Staunen über das, was einmal ein kleiner Same war.
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