Zugspitz-Marathon: Rock the Top!

Eisen soll man schmieden, so lange sie noch heiß sind. Und Erlebnisse muss man aufschreiben, so lange sie noch frisch sind.
Auch wenn ich vor lauter Lauferei gerade kaum zum Schreiben komme und eigentlich noch die Berichte 3+4 zu den 4 Trails, sowie ein Blogbeitrag zum Münchner Firmenlauf anstehen, muss ich die Eindrücke vom vergangenen Wochenende einfach zuerst aufschreiben.

Freitag Abend angekommenEs ist immer wieder diese Zugspitze, die mich fertig macht.
Im positivsten Sinne. Wenn dieser Berg ruft, muss ich folgen. Widerstand ist zwecklos. Ich wurde längst assimiliert.

Das vergangene Wochenende war aber auch wieder ein Highlight! Ich spreche von der Zugspitz-Trailrun-Challenge.

Nein, dieses mal nicht der Ultratrail, sondern der Berglauf, der seit zwei Jahren von Plan B organisiert wird und der den klassischen Zugspitz Berglauf als 3 Tages-Event abgelöst hat.

Bereits im vergangenen Jahr bin ich bei der „Vertical Challenge“ angetreten, dem direkten Berglauf hinauf zum Gipfel. Damals hatte ich Peter bei seinem ersten echten Bergevent begleitet, eingebettet in eine Mehrtages-Hüttentour.
In diesem Jahr sollte es der Marathon sein, der zunächst noch zwei weitere Gipfel mitnimmt, bevor die Strecke kurz hinter der Talstation der Ehrwalder Almbahn auf die Originalstrecke des Berglaufs abbiegt.
Ein weiterer idealer Trainingslauf für den Transalpine Run, da dieser Marathon mit fast 4.000 Höhenmetern im Aufstieg (und ca. 1.500 Höhenmetern im Abstieg) eine echte Herausforderung ist.

Was für ein PanoramaLeider durften wir genau wie im Vorjahr auf Grund einer instabilen Wetterlage und aus Sicherheitsgründen nicht auf den Gipfel und auch zwischendurch gab es eine kleinere Streckenänderung. Ziel war also wieder das Sonnalpin.
Das fand ich zwar wirklich schade, aber hochalpin gilt nun mal „safety first“.

Abgesehen davon standen im Ziel immer noch 41,7 Kilometer mit 3.500 Hm aufwärts und knapp 1.900 Hm abwärts auf der Ambit.

Und es war ein klasse Lauf. Nach dem Start mal wieder das Übliche: Alle kacheln los, wie bei einem 10 Kilometer Straßenlauf und ich reihe mich relativ weit hinten im Feld ein. Ganz schön hohes Tempo für so einen Lauf, dem nicht wenige Läufer in der Folge noch Tribut zollen und aus dem Rennen ausscheiden werden.

Hochsommer und TraumbergeIm flotten Tempo geht es also hinauf auf den ersten Berg, den „Grünen Ups“. Eigentlich ist für heute schlechtes Wetter und Gewitter angekündigt. Stattdessen ist Hochsommer und es wird sehr früh schon sehr warm.

Das mag ich gar nicht und daher fange ich schon sehr früh an, sehr viel zu trinken. Insgesamt ziehe ich mir während des Marathons sage und schreibe rund 8 Liter Flüssigkeit rein!
Ich genieße das Bergpanorama.

So langsam aber sicher groove ich mich ein und nach den ersten 900 Höhenmetern beginnt der erste Downhill. Jetzt bin ich richtig drin und pflüge mich bergab von hinten durch das Feld. Das läuft richtig gut!
Und so geht es weiter. Alle flacheren Abschnitte und die leichten Steigungen jogge ich locker durch.
Training genau wie geplant.

TraumhaftNach 30 Kilometern beginnt dann irgendwann der eigentliche Berglauf. Kurzer Medicheck, ich grinse und die Jungs vom Medical Team wünschen mir an der Pestkapelle viel Spaß für den kommenden Aufstieg.

Ich treffe Stefan und wir laufen ab jetzt ein ganzes Stück gemeisam den schwarzen Gewitterwolken und dem dichten Nebel entgegen.
Unterwegs begegnen uns immer wieder Wanderer, feuern uns an. Was für eine geniale Stimmung auf der Strecke.

Wir schrauben uns immer weiter nach oben und oberhalb von 2.000 Metern stehen wir mitten im Nebel.
Leider können wir das Panorama zwischen Feldernjöchel und Gatterl heute nicht genießen, man sieht kaum die Hand vor Augen.
Da sieht man wieder einmal, wie schnell in den Bergen das Wetter umschlagen kann. Die Bilder in diesem Bericht hat Sanne bei der Vertical Challenge nur ganz kurze Zeit vorher gemacht (zum Glück).

Am FeldernjöchlIrgendwo in der Nähe des Gatterl setzt nun heftiger Regen ein. Wer hin und wieder meine Berichte liest weiß:
Das ist MEIN WETTER!

Stefan hält kurz an um sich wärmer anzuziehen, ich entscheide mich in meinen kurzen Klamotten weiter zu laufen, möchte aber nicht so lange stehen bleiben und so trennen sich unsere Wege.

Der Abschnitt zur Knorrhütte läuft ganz gut. Weite Strecken kann ich gut laufen, möchte aber auf dem mittlerweile sehr rutschigen nassen Fels nichts riskieren. Immer wieder muss ich mich bremsen: „das hier ist nur ein Trainingslauf“.

Am GatterlBald erreiche ich die Knorrhütte und gerate an dem zusätzlichen kleinen VP mit den Helfern in einen Plausch. Fast hätte ich die Zeit vergessen, als Stefan von hinten wieder aus dem Nebel auftaucht. Wir klatschen ab, ich schieße mir schnell ein Gel und dann geht es weiter. Es folgt der steilste Teil des Rennens. Ich laufe immer noch in kurz, es ist mittlerweile schön kühl, regnet leicht und ich bin voll in meinem Element.
Von hier aus sind es noch 4 Kilometer und knapp 600 Höhenmeter bis zum Ziel.

Und auch, wenn es nur ein Trainingslauf ist: Heute hab ich Bock, mich mal so richtig auszupowern. Vollgas. Ich fühle mich sowas von gut und sammle noch einige Läufer ein. Vollgas. Bis zum Anschlag. Man ist das geil!

Auf dem Weg zur KnorrhütteNur noch 200 Meter bis zum Ziel, der Sprecher sagt meinen Namen und ich höre wildes Gekreische.

Was ist denn hier los?

Im dichten Nebel sehe ich nichts. Absolut nichts. Halluziniere ich? Nein, da rufen Leute meine Namen. Ich kenne die Stimmen…
Im Ziel warten Sanne, Birger, Andreas und Jasmin und feuern mich auf den letzten Metern an, als gewinne ich gerade Olympia.

Was für ein geiles Gefühl von solch lieben Menschen auf „meinem“ Berg so empfangen zu werden!
Ich sinke auf die Knie, vollkommen ausgepowert, total überwältigt von den Eindrücken.
Medaille um den Hals, Tränen in den Augen. Unglaublich.

Im Ziel!Genau das ist der Grund, warum ich diesen Sport so liebe.
Ein Gefühl, das man nicht in Worte fassen kann.
Das muss man erleben.
Ich werde so oft gefragt, warum ich das mache.
Genau deswegen!

Und wegen dem ganzen Drumherum. Wegen den vielen Begegenungen. Den Emotionen. Was war das für ein Wochenende. Und von dem tollen Freitag Abend und dem Sonntag hab ich noch gar nicht geschrieben – ich könnte noch einige Seiten füllen.

Events an der Zugspitze sind immer besonders. Und umgeben von so vielen guten Freunden werden sie… wertvoll!

Uns macht nicht aus, was wir besitzen, sondern was wir erleben!

Ich will mehr! Zugspitze is calling. I will follow. Forever!

2 Gedanken zu “Zugspitz-Marathon: Rock the Top!

  1. Ein sehr sehr schöner Bericht von der Zugspitz Challange:-)
    Mehr davon….ich freu mich auf Deinen nächsten Bericht!
    Viele Grüße Verena

    • Danke dir… ein paar Berichte hab ich von den vergangenen Läufen noch zu schreiben.
      Und bald kommt ja schon der TAR 🙂

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