Schneeschuh-Touren im Zugspitz-Gebiet Teil 2

Im ersten Teil habe ich euch bereits von meinen Schneeschuh-Touren am Rabenkopf in den Bayrischen Voralpen, der Tour am Eibsee zum Riffelriss und von der Tour zum Wank berichtet. Heute kommen noch einmal zwei schöne Wintertouren dazu.

Tour 4: Von Garmisch-Partenkirchen über Wamberg auf den Eckbauer (1237m)

Für uns war dies eine wirklich herrliche Halbtages-Genuss-Tour an Sylvester. Ohne Ende Neuschnee und nicht mehr so kalt wie in den letzten Tagen. Am Anfang war es noch bewölkt und auf dem Berg recht neblig, zum Schuss kam dann sogar die Sonne raus – perfekt!

Start ist am Skistadion und bereits nach einem kurzen Fußmarsch finden wir den Einstieg. Nach nur wenigen Metern können wir auch schon die Schneeschuhe anschnallen und beginnen uns einen Weg durch den tiefen Powder zu pflügen. Die Winterlandschaft ist heute unglaublich schön und ich komme gleich zu Beginn der Tour kaum aus dem Fotografieren heraus. Nach einem knackigen Anstieg erreichen wir bald den kleinen verschlafenen Ort Wamberg, von wo aus es weiter durch tiefen Schnee in Richtung Eckbauer geht.

Nach einer Weile entdecken wir einen kleinen als „Schneeschuh-Trail“ markierten Pfad und weichen von unserem ursprünglichen Track ab. Eine gute Entscheidung, denn nun wandern wir durch den winterlich verschneiten, fast märchenhaften Wald. Die Zeit vergeht wie im Flug, während es kontinuierlich bergauf geht und bald erreichen wir einen schönes Marterl, an dem wir einen kurzen Fotostopp einlegen.

Kaum wieder unterwegs, hören wir auch schon das Surren der Eckbauerbahn und erreichen nur wenig später den höchsten Punkt unserer heutigen Tour. Leider sieht man im Nebel hier oben überhaupt nichts, sind ratzfatz wieder auf dem Donwhill und verpassen so die geplante Einkehr. Das macht aber nichts, denn bergab haben wir alle jetzt so richtig Spaß. Wir haben uns für den direkten und etwas steileren Abstieg nach GAP entschieden. Immer wieder verfallen wir in den Laufschritt und stürzen uns in den Tiefschnee hinab ins Tal. Am Ende sind wir uns einig – das ging viel zu schnell, der Downhill hätte ruhig noch etwas länger sein dürfen 🙂

Auf der GPS-Uhr stehen für heute 8 Kilometer bei knapp 550 Höhenmetern D+/-
Keine Lange, aber dafür eine sehr schöne Tour und wie gesagt für Sylvester, oder einen kleinen „Morgenspaziergang“ genau richtig! Ich bin mir sicher, dass ich dieses Ründchen auch noch einmal im Sommer laufen werde…

Tour 5: Von Garmisch-Partenkirchen über den Hausberg zum Kreuzeck (1650m)

Die letzte Tour ist noch einmal so etwas wie die Königsetappe, die wir bei etwas besserem Wetter sicherlich noch weiter verlängert hätten, doch dazu komme ich später. Wir starten am Parkplatz der Kreuzeck- bzw. der Alpspitz-Bahn und laufen zunächst einmal flach in Richtung Kochelberg. Von dort aus geht es hinter dem Zielhang des Hausbergs rechts den Berg hoch. Leider sind die Temperaturen weiter gestiegen und hier unten ist es zu matschig für die Schneeschuhe geworden, dafür finden unsere Snow- bzw. Spikecross aber einen guten Halt. Bald steigen wir eine gut präparierte Rodelpiste, die parallel zur Skiabfahrt verläuft hinauf. Hier müssen wir unbedingt auch einmal rodeln gehen, zumal die Strecke abends auch durchgängig beleuchtet ist.

Nun laufen wir auf einer Forststraße, die sich hinauf zum Bayernhaus schlängelt und bald sind wir hoch genug für die Schneeschuhe. Schließlich erreichen wir den „Skizirkus“ oben am Hausberg und ich bin total geflasht. Bei ausreichend Schnee ist hier oben wirklich die Hölle los. Hier muss ich im nächsten Jahr unbedingt mal fahren. Das Garmisch Klassik-Skigebiet hat doch eine ganze Menge zu bieten. Wir könnten jetzt auch einkehren und gleich hier oben zur Après-Ski-Party einstimmen, aber das lassen wir lieber, denn nicht nur die Aussicht auf Alpspitze, Waxenstein und Zugspitze ist hier oben phänomenal, wir wollen uns auch noch ein wenig an der Kandahar austoben.

Und so queren wir vorsichtig das Skigebiet, was recht einfach und ungefährlich ist, denn der Deutsche Alpenverein hat zahlreiche Aufstiegsrouten für Tourenskigeher angelegt, die wir mit unseren Schneeschuhen super nutzen können.
Als wir schließlich den oberen Teil der Kandahar-Abfahrt erreichen, sind wir sprachlos. Im Winter sieht das alles hier noch viel steiler und gefährlicher aus, als im Sommer. Wir stehen förmlich vor einer Wand, die sich auch kaum ein Skifahrer herab traut (fast alle fahren außen rum). Wow! Leider kann man auf den Fotos icht wirklich sehen, wie steil das hier ist, aber ein paar Bergauf-Sprints mit Spikes wären jetzt schon cool… 🙂

Irgendwann ziehen wir dann weiter. Mittlerweile hat es stark angefangen zu schneien und wir steigen weiter in Richtung Kreuzeck auf. Entweder auf verschneiten Waldwegen, oder auf den eben angesprochenen Aufstiegsrouten. Als wir das Kreuzeckhaus erreichen, verschlechtert sich die Wetterlage. Starker Nebel zieht auf und die Schneefallgrenze steigt, so dass wir jetzt hier oben im Schneeregen stehen.

Wir entschließen uns daher zu einer Rast am Kreuzeckhaus. Genau richtig, denn nun fängt es auch noch an zu regnen. Daher endet unsere Tour nach gut 11 Kilometern mit über 1000 Höhenmetern im Aufstieg und ca. 130 Höhenmetern Abstieg heute hier und wir fahren mit der Gondel zurück zum Parkplatz im Tal. Wir hätten von hier aus noch prima eine Schleife zum Osterfelder Kopf und dann über eine der vielen Abstiegsmöglichkeiten zurück ins Tal gekonnt, zum Beispiel über den Jägersteig nach Hammersbach, der auch beim Zugspitz-Ultratrail gelaufen wird. Wir sind aber kein bißchen traurig, denn schließlich muss man ja noch weitere Touren haben, auf die man sich im nächsten Jahr freuen kann und im Sommer sind wir sowieso wieder hier…

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