Schneeschuh-Touren im Zugspitz-Gebiet Teil 1

Über Sylvester war es endlich so weit. Ein Urlaub an der Zugspitze stand an. Das bedeutet nicht nur leckeres Essen, Erholung und Faulenzerei, sondern auch jede Menge Wintersport der Extraklasse und gleichzeitig auch Trainingsauftakt für die kommende Laufsaison.

Und das war nach den letzten Wochen, die weitgehend für die Haus-Modernisierung draufgegangen sind auch dringend nötig. Endlich mal wieder raus in die Natur und in die Berge und die vielen Festtags-Kalorien verbrennen!

Großes Glück hatten wir dabei mit dem Wetter. Heftige Neuschneefälle in der ersten Woche haben für eine super Schneelage bis ins Tal gesorgt und so waren alle denkbaren Wintersport-Aktivitäten möglich.

Darunter waren dann auch einige Schneeschuh-Touren, von denen ich euch die Schönsten hier einfach mal vorstellen möchte. Zu jeder Tour gibt es eine entsprechende Beschreibung, Bilder und ein Höhenprofil. Wer einen aktuellen GPX-Track haben möchte, kann den auch gerne bekommen.

Ich wünsche euch viel Spaß beim Stöbern, Träumen von den Bergen und vor allem beim Gehen der Touren!

Tour 1: Von Kochel am See zum Rabenkopf (1559m)

OK. Ehrlich gesagt gehört dieser Berg noch nicht zur Zugspitz-Region, sondern zur Benediktenwandgruppe in den Bayrischen Voralpen. Dieser Berg ist allerdings einer meiner Lieblings-Berge, egal ob im Sommer, oder im Winter. Von München aus ist man schnell dort und kann den Gipfel quasi noch während der Anreise zur Zugspitze mitnehmen.
Und das mache ich auch fast jedes mal, wenn ich runter fahre. Zum Einen, um sich so richtig auf die Berge „einzugrooven“. Zum anderen ist der Weg zum Gipfel recht einfach und gut zu gehen, doch dafür wird man mit einem sehr schönen und gleichmäßigem Aufstieg, sowie einer grandiosen Aussicht belohnt.

Mit der Kombination aus Lauf- und Schneeschuhen macht dieser Track besonders viel Spaß.
Los geht es in Kochel am See, direkt am Ufer und wir steigen die ersten Meter über Forststraßen nach oben. Gleichmäßig schlängelt sich der Weg vorbei an der Sonnenspitze, und der Kaltwasserwand. Nachdem wir ein Weidegitter überqueren (wovon man im Winter natürlich nichts merkt, man erkennt es nur an der Beschilderung), biegen wir scharf nach links in den Wald ab und sind so richtig in der Natur. Bald erreichen wir die Kochelalm und lassen zum ersten mal den Blick in Richtung der Alpen schweifen.

Weiter geht es zur Staffelalm, die im Sommer bewirtschaftet ist und in deren Windschatten man auch im Winter etwas Ruhen und einen heißen Tee aus der Thermoskanne genießen kann, um sich für den letzten steilen Aufstieg zum Gipfel zu stärken.
Dieser kostet dann auch noch einmal ein paar Körner. Am Gipfel angelangt genießt man dann wie beschrieben die Aussicht. Entweder in Richtung der Alpen, oder hinab ins Tal zum Kochelsee. Leider ging es für uns an diesem Tag nur bis 50 Meter unterhalb des Gipfels, da uns das letzte Stück auf Grund der starken Schneefälle und heftiger Schneeverwehungen dann doch zu risikoreich war (das Gipfelbild oben ist ein Bild aus dem Vorjahr).

Den Abstieg treten wir auf der selben Route an und schnallen nach ca. der Hälfte des Weges die Schneeschuhe an den Rucksack. Die letzten Kilometer des Downhills wollen wir noch einmal so richtig im Tiefschnee nach unten Shreddern – das macht Spaß!
Als wir am Parkplatz ankommen stehen rund 18 Kilometer mit ca. 950 Höhenmetern D+/- auf der Uhr. Ein grandioser Auftakt!

Tour 2: Vom Eibsee in Grainau zum Riffelriss (1640m)

Für mich ist diese Tour ebenfalls ein Klassiker und jedes mal ein Muss. Wir starten direkt am Eibsee-Hotel und laufen erst einmal ein paar Meter am See entlang. Wenig später geht es direkt in den Wald zur Skiabfahrt Riffelriss.

Ja genau, es handelt sich um eine Skiabfahrt, auf der es allerdings keinen Skilift gibt. Skitourengeher nutzen die Route sowohl für den Aufstieg, als auch zur Abfahrt. Zugspitz-Gäste steigen gerne schon einmal an der Bedarfshaltestelle Riffelriss aus, um nach frischem Schneefall und einem Tag auf dem Gletscher noch etwas zu „Powdern“.

Wir entscheiden uns für den direkten, vertikalen Aufstieg. Es führen zwar auch etwas sanftere Serpentinen durch den Wald, mit Schneeschuhen macht der direkte Aufstieg jedoch mehr Spaß. Oben angekommen erreichen wir die Hütte der Bergwacht. Diese ist zwar verschlossen, es stehen jedoch meistens ein paar Bänke in einem geschützten und überdachten Bereich, an denen man eine kurze Rast machen, etwas heißen Tee trinken und sich für den Abstieg ins Tal etwas warmes anziehen kann. Das müssen wir heute auch, denn hier oben schneit es stark und wir haben Temperaturen im zweistelligen Minusbereich.

Nach unten geht es zunächst auf dem gleichen Weg, bis wir eine quer verlaufene Forststraße kreuzen. Diese erkennt man trotz des vielen Schnees gut und wir biegen ab, um nicht ganz so steil mit unseren Schneeschuhen hinunter ins Tal zu wandern. Schließlich kommen wir noch an der bewirtschafteten Eibsee-Alm vorbei, auf der man prima einkehren kann, bevor wir wieder unseren Ausgangspunkt, den Eibsee erreichen.

Ich fasse die Tourenbeschreibung hier bewusst etwas kürzer, denn zu dieser Tour habe ich auf meinem Blog bereits ausführlich berichtet, eine ganz ausführliche Beschreibung der Schneeschuh-Tour vom letzten Jahr findet ihr unter „Schneeschuh-Tour am Riffelriss„.

Zu den Daten: Heute waren es bei ca. 9,5 Kilometern knapp 700 Höhenmeter D+/- also ganz schön „knackig“ für eine Halbtagestour.

Tour 3: Von Garmisch-Partenkirchen über Esterbergalm zum Wank (1780m)

Der Wank ist ein Berg an dem alles geht. Beliebt im Sommer, wie im Winter. Bei Wanderern, Läufern, Skitourengehern, Gleitschirmfliegern. Zum Rodeln, Skifahren und für Schneeschuhtouren. Er ist einfach DER Aussichtsberg im Estergebirge.
Es hat mich in den letzten Jahren schon oft auf diesen Berg auf den unterschiedlichsten Routen hinauf geführt und ganz ausführlich habe ich eine Tour auf Wank mit vielen Bildern auch schon einmal hier beschrieben: „One Day @ Wank„.

Also durfte eine Tour zum Wank auch in diesem Jahr nicht fehlen und selbstverständlich gehört dieser Trip auch in diese Auflistung. Unser Startpunkt ist die Talstation der Wankbahn und wir gehen erst einmal eine schöne große Schleife zur Esterbergalm. Dabei kommen wir an der Daxkapelle vorbei, an der es sich immer lohnt für einen Fotostopp kurz Halt zu machen. Heute ist es bitter kalt und zwischenzeitlich haben wir sogar Schneesturm, überlegen ob ein Aufstieg überhaupt Sinn macht. Da kommt einem die auch im Winter bewirtschaftete Esterbergalm genau recht, um sich ein wenig aufzuwärmen.

Eigentlich ist geplant, nun über die ehemalige Skipiste im Osten, bzw. Südosten zum Gipfel aufzusteigen. Bei den heutigen Wetterverhältnissen ist daran aber nicht im Traum zu denken. Viel zu kalt, der eisige und scharfe Wind lässt einem das Blut in den Fingern und den Zehen trotz warmer Kleidung fast gefrieren. Also entschließen wir uns, wieder ein Stück zurück zu gehen und den etwas geschützten Aufstieg durch den Wald beim Predigtstuhl von der Nordseite her zu versuchen.

Und hier läuft es dann auch viel besser. Wunderschön schlängelt sich der Weg durch den tief verschneiten Winter-Märchenwald hinauf zum Gipfel. Oben angekommen peitscht uns wieder der eiskalte Wind um die Ohren und wir machen nur einen ganz kurzen Stopp. Das Gipfelkreuz des Wank ist für mich eines der schönsten Kreuze der gesamten Region und auch wenn ich hier oben schon viele Bilder geknipst habe, ist ein Erinnerungsfoto Pflicht.

Auf eine Einkehr am Wankhaus verzichten wir heute. Die Hütte des Alpenvereins Sektion Garmisch ist zwar ganzjährig bewirtschaftet und eine Einkehr lohnt sich grundsätzlich auch immer. Das Thermometer zeigt hier oben heute aber fast -15 Grad und wir wollen so schnell wie möglich wieder zurück ins Tal. Also gehen wir rasch weiter zur Sonnenalm und fahren durchgefroren mit der Wankbahn nach unten.

Auch wenn es heute für mich der bislang kürzeste Trip zum Wank war und das Wetter uns heute nicht das gewohnte Programm im „Naturkino“ gewährt hat, ist eine Tour auf diesen Berg immer wieder schön und empfehlenswert. Die GPS Uhr zeigt uns heute knapp 1.100 Höhenmeter im Aufstieg und 100 Höhenmeter im Abstieg auf einer Streckenlänge von ca. 10 Kilometern an.

Wer sich ein paar Fotos bei schönem Wetter ansehen möchte, findet hier noch ein paar davon!

 

2 Gedanken zu “Schneeschuh-Touren im Zugspitz-Gebiet Teil 1

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