10. P-Weg Ultramarathon 2014

Der P-Weg ist einer dieser Ultras in der näheren Umgebung, die man mal gemacht haben sollte.

So zumindest das allgemeine „Gebrumm“ in der regionalen Ultraszene.
Wobei der P-Weg nicht „nur“ ein einfacher Ultramarathon ist. Eher eine Art Festival. Ganze drei Tage lang steht der kleine Ort Plettenberg im Sauerland ganz im Zeichen des Sports und es wird gebiked und gelaufen was das Zeug hält.
Oder beides – in der Kombiwertung. Selbstverständlich wird abends auch gefeiert und der ganze Ort versammelt sich rund um die große Bühne im Stadtzentrum, so dass auch nach dem Wettkampf noch jede Menge los ist.

P-Weg Ultra 2014 kurz nach dem StartÜberhaupt ist die Stimmung bei diesem Lauf etwas ganz besonderes. Ich habe noch nie so viele Helfer an der Strecke gesehen. Man munkelt, es seien an diesem Wochenende insgesamt über 1000. Alle zu erkennen an diesen markanten blauen Kapuzenpullis. Streckenposten alle paar Meter. Und jeder, wirklich jeder ist hier gut drauf. Jeder Läufer wird gefeiert und angefeuert, als sei er gerade der Führende. Das habe ich in der Form wirklich bei noch keinem anderen Lauf erlebt.
Auch die Verpflegung ist grandios. Es wäre überhaupt kein Problem, trotz der 74 Kilometer mit 2000 positven wie negativen Höhenmetern eine deutlich positive Kalorienbilanz auf den Trail zu legen.

A propos Trail: hier wären wir vielleicht beim einzigen kleinen Punkt, der mich ein wenig enttäuscht hat. Wobei enttäuscht ist vielleicht übertrieben. Sagen wir mal, es war ein wenig anders als erwartet, denn man darf sich den P-Weg nicht als Traillauf vorstellen.
Es gibt zwar einige Trailabschnitte und ein guter Teil der Strecke findet auf Waldautobahnen statt. Jedoch gibt es auch eine ganze Menge Asphalt unter die Füße. Wen das nicht weiter stört und wer den P-Weg als Landschaftslauf unter eben diesen Voraussetzungen sieht, der kommt im Sauerland auch von der Strecke her voll auf seine Kosten. Rauf und runter geht es genug und man läuft durch eine tolle Natur. Glaub ich zumindest, denn bei Dauer-Nieselregen und teilweise dichtem Nebel, konnte ich das meistens nur erahnen, wobei ich dieses Wetter ja gerne mag 😉

...kurz vor dem Ziel nach 70KMRein sportlich war der P-Weg für mich ein langer lockerer Trainingslauf. Ich bin seit den Deutschen Meisterschaften im 24 Stundenlauf im Juli fast gar nicht mehr gelaufen, lediglich an der Zugspitze war ich mal drei Tage unterwegs. In den vergangenen zwei Monaten waren die 15 Kilometer beim Zugspitz Berglauf auch mit Abstand das Längste, was ich gelaufen bin. Trainiert habe ich in dieser Zeit sonst nicht. Also beste Voraussetzungen, um auf so eine lange Reise zu gehen. Den Startplatz verfallen lassen wollte ich aber auch nicht, denn zum einen stand der P-Weg aus oben genannten Gründen schon länger auf meiner Wunschliste, zum anderen hatte ich den Startplatz im vergangenen Jahr beim Advents-Event von WAT Läuft bei „Dealer Rolli“ gewonnen – da muss man dann natürlich ran!

Und genau so habe ich den Lauf dann auch genommen. Schön locker, nette Gespräche hier und dort. Am Ende hab ich dann das fehlende Training schon deutlich gemerkt und es wurde hinten raus echt ein wenig zäh. Kurze Sitzpausen an den VPs inklusive. Doch das war vollkommen ok. Wie gesagt geht es dort recht herzlich zu. Und recht sprittig. Ab ca. der Hälfte der Strecke qualmt nicht nur fast an jedem VP ein Grill, es gibt auch gleich mehrere Schnäpse zur Auswahl, die man regelmäßig angeboten bekommt.
Plettenberg feiert eben nicht nur seine Läufer, sondern auch sich selbst.

ZieleinlaufWenn man dann endlich ins Ziel kommt, bekommt man noch einmal einiges geboten. Man dreht eine richtig lange Runde durch den Ort und wird aus den zahlreichen Cafes und von den vielen Leuten heftig beklatscht und angefeuert, bevor man dann ins Ziel und direkt auf die große Bühne läuft.
Und dann ist man auch schon mittendrin in der Party. Es gibt Erdinger und eine wirklich leckere Pasta, für die man einen Gutschein gleich im Starterbeutel findet. Wer will und noch kann, feiert jetzt so richtig ab. Auch das macht diesen Lauf besonders.
Plettenberg ist wirklich eine Reise wert. Den Lauf werde ich bestimmt noch mal irgendwann machen, vielleicht auch in der Kombiwertung aus Laufen und Mountainbiking.
Dann läuft man am Samstag nicht den Ultra, sondern „nur“ einen Marathon, darf dann aber Sonntags die Ultrastrecke mit dem Bike bewältigen.

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