One Day @ Hagen Hills

Den Zombies auf der Spur

„Im Jahr 2011 wurden die Hagen-Hills erweckt, Läufer kamen nach endlosen Stunden wie Zombies mit zerrissenen Klamotten aus den Wäldern, besinnungslos vor schier unendlicher Freude, denn sie hatten die Hagen-Hills in ihrer ganzen Pracht und Schönheit, auf engen Singletrails, laufend erleben dürfen.“

Hagen Hills

Hagen Hills Logo – Von Marco selbst gestaltet – einfach klasse!

So beschreibt der Soulrunner Marco Losch seine Heimat-Trails, die in Ultralaufkreisen mit der Veranstaltung „Hagen Hills“ längst zu einer lebendigen (oder untoten?) Legende geworden sind.

Zeit, die Legende wieder aufleben zu lassen und fortzusetzen, dachte sich Marco vor ein paar Wochen und rief erneut eine Hagen-Hills-Laufserie ins Leben.
Bereits der erste Termin im Juni fand regen Zuspruch und erneut wurden die Zombies aus ihren Verstecken gelockt. Leider lag dieser Termin für mich zu nah am Zugspitz-Ultratrail, doch heute wollte ich mir die Gelegenheit nicht entgehen lassen.

Hagen Hills

Kaum ist man unterwegs, ist man mitten in der Natur!

Da für heute mit Abstand der heißeste Tag der Woche angesagt war, sollten wir nur ein sehr kleines Grüppchen werden und es sollte auch schon recht früh losgehen.
Also Wecker auf 5 Uhr gestellt und raus aus den Federn, um 7 Uhr wollten wir starten.

Pünktlich treffen Oliver und ich fast gleichzeitig ein, um Jagd auf Untote zu machen.

Und dann ging es los!

Running Uphill

Da geht es hoch? Gleich zu Beginn sammeln wir reichlich Höhenmeter

Nach einem kurzen „Hallo“, ging es gleich ab auf die feinen Trails rund um Hagen.
Man läuft kaum los und hat schon das Gefühl von Urlaub.

Man ist das grün hier. Und rauf und runter geht es auch von Anfang an. Oder eher rauf?
Hatte Marco nicht irgendwas von „du brauchst hier keine Stöcke“ gesagt? Ich komme mir vor wie beim „vertikalen Kilometer“. Marco scheucht uns durch den Wald, „hier war wohl mal ein Weg“, aber wo?
Senkrecht geht es nach oben über Stock uns Stein, oder besser gesagt über jede Menge kürzlich geschlagenes Holz.

So langsam aber sicher bekomme ich eine Ahnung, wie das mit den Zombies gemeint ist…

Trailrunning

Lässige Kerle auf coolen Trails :-)

Weiter geht es durch die wunderbare Natur der Hagen Hills und schnell finden wir einen gemeinsamen Rhythmus.
Heute wird mir auch klar, warum wir Ultraläufer immer auf den langen Strecken unterwegs sind.
Wir tauschen uns lebhaft über Läufe, die wir bereits gemacht haben und die wir noch machen wollen aus.

Die Trails fliegen unter unseren Füßen vorbei, hier und da gehen wir auch mal eine Steigung hoch.
Die Wärme bekommen wir bereits jetzt mit voller Wucht zu spüren.

Dennoch vergeht der erste Halbmarathon so unglaublich schnell, dass ich garnicht mehr weiß, wo die Kilometer eigentlich geblieben sind.
Dafür weiß ich, wo das Wasser aus meinem Laufrucksack geblieben ist.

Am versteckten Verpflegungspunkt

Am „versteckten Verpflegungspunkt“ – Der Soulrunner hatte die Stelle am Bach vorher mit einer Feder markiert

Gott sei Dank hatte Marco im Vorfeld mitgedacht und für jeden von uns nach etwas über 20 Kilometern der Strecke in einem Bach eine große Flasche Wasser deponiert.
Eiskalt. Saugut. Die Feder weist dir den Weg.
Fast wie beim Geocachen.

Nach einer kurzen Pause geht es sofort weiter. Zombies jagen, oder gejagt werden, die Grenzen verschwimmen.
Immer wieder kommen wir an Stellen vorbei, an denen die Hitze jetzt förmlich im Hang steht.
Ab und an machen wir kurze Fotopausen, weil es hier so absolut genial ist.

Und dann wird es langsam aber sicher klar. Wir sind es – die Untoten, die gejagt werden. Der Soulrunner hat uns in seine Wälder gelockt und unsere Verwandlung hat längst begonnen – ist nicht mehr aufzuhalten.

Haspertalsperre

Rund um die wunderschöne Haspertalsperre kann man auch mal flacher laufen… wenn man will

Und auch wenn wir uns für heute entschließen, die Strecke etwas gegenüber der ursprünglichen Planung zu verkürzen und keine zusätzlichen Höhenmeter mehr einzubauen,
haben die Hagen Hills ihren bleibenden Eindruck hinterlassen und uns in ihren Bann gezogen.

Schließlich kämpfen wir uns nach fast 6 Stunden aus dem Wald heraus und Marco beschreibt es mit seinen Worten so:

„Nach endlosen Stunden erblickten sie , die Gesichter mit Schlamm verschmiert, wieder das Licht am Rande der Hagen-Hills. Das Lächeln jedes einzelnen zeigte, dass sie es geschafft hatten. Sie hatten die Zombis und bösen Dämonen besiegt und das Tor zur Glückseligkeit wieder aufgestoßen. Die Hagen-Hills sind wieder in der Hand der Trailrunner. Sie können wieder gelaufen werden… und sie werden wieder gelaufen.“

Für uns bedeutet das heute fast 45 Kilometer mit 1049 Höhenmetern.

Heute konnten wir den Zombies noch einmal entkommen, doch wer weiß, wie es im nächsten Monat aussieht, wenn die Trailrunner erneut die Hagen-Hills erobern wollen…

9 Gedanken zu “One Day @ Hagen Hills

  1. Cooler Bericht! Ist ja bei mir fast um die Ecke. 45 km bekomme ich allerdings nur schlecht in mein Training „gequetscht“. 8o)

    • Hi, danke dir! Für mich waren es an diesem Tag einige Kilometer Anfahrt, aber die Strecke dort ist es allemal Wert. Geh doch mal auf Marco zu, vielleicht machen die Jungs auch mal ein kürzeres Läufchen… oder willst du länger?

      • Nein, länger auf keinen Fall. ;o) Meine maximalen Trainingseinheiten sind drei Stunden, sonst wird es mit der Regeneration einfach schwierig…

  2. Ich kann gerne ein paar flotte Abschnitte zusammenfrickeln @Herscheider. Dann kommen wir auf gemütliche 3 Stunden. Meld dich einfach bei mir wenn du Lust und Laune hast!

  3. Cooles Poster! …das mir direkt sagt: das ist dir zu anstrengend Mädel!

    Wenn ich schon diese Schräge sehe. Oh weh.
    Aber schöne Eindrücke und erst recht ein schöner Bericht.

  4. Pingback: 01.07.13 – 18.11.13 – Viel passiert | tom doerner – ultratrailrunning

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