Mein UTMB-Tagebuch 2013 (Teil 4)

Liebes Tagebuch,
mittlerweile ist der CCC schon über zwei Wochen her.

Ob ich meine Finisherweste seitdem schon mal ausgezogen habe? Und wenn… ich würde es hier ganz bestimmt nicht zugeben.

Egal. Meinen Rennbericht habe ich inzwischen in Stein gemeißelt. Die Schmerzen in den Beinen sind verschwunden und auch mein Magen funktioniert wieder wie er soll.
(Exkurs: Es gibt viele Brunnen, aus denen man unterwegs bedenkenlos trinken kann. Aus einem Wasserhahn an einer Kuhwiese kam allerdings nur braune Brühe. Durch einen Rest Iso in meiner Trinkflasche und ziemlich großen Durst hab ich das aber erst nach nem großen Schluck aus der Pulle bemerkt.
Fazit: Ab in die Büsche und eine Woche Magenschmerzen, die pünktlich auf der Rückfahrt eingesetzt haben – so schlimm, dass ich Nachts kaum schlafen konnte)

Zurück zum Thema. Liebes Tagebuch,
ich möchte dich nicht ohne einen Eintrag schließen, der all den vielen lieben Menschen gewidmet ist, die ich während dieser unvergesslichen Woche kennengelernt oder wiedergetroffen habe! Es war großartig mit euch!

Ein ganz besonderer Dank geht an die „Insassen“ des Deutschen Haus in Chamonix!
Allen voran Judy und Thomas, die sich als Organisatoren den Allerwehrtesten aufgerissen haben, um uns die Woche mit zahlreichen Programmpunkten und einer gnadenlos guten Organisation so angenehm wie möglich zu gestalten.
Sponsoren abklappern, Vorträge managen, sich mit der Hausverwaltung auseinandersetzen, den Wünschen möglichst aller Hausbewohner gerecht werden, Pastapartys mit zig Teilnehmern organisieren und und und… das alles ist sicher kein Zuckerschlecken. Und erst recht nicht selbstverständlich!
Ich danke euch für euer Engagement und eure Liebe, die ihr in das Deutsche Haus investiert habt!

Judy deine Kuchen sind ein Traum!

Judy, Reni, Julia, Bei, Patti, Thomas, Tom, Gerald, Axel, Marius, Jan, Bernie, Pierre und natürlich Sanne, ihr seid wunderbar und ich hoffe, dass wir uns alle bald wiedersehen. Wenn nicht kurzfristig, dann gerne auch im nächsten Jahr… ihr wisst schon wo… da wo der weiße Berg ist und die ganzen Bekloppten den (roten) Westen hinterlaufen. 😉

Jan du bist als Chefkoch engagiert!

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So. Und nach so viel Lobhudelei möchte ich noch etwas los werden.
Ein paar gut gemeinte Ratschläge.
Oder ganz unbescheiden: Mein ultimatives Fazit. Meine Tipps und Tricks für alle, die auch so eine Weste haben wollen:

  • Ruh dich aus! – Mit müden Beinen an den Start gehen macht es doppelt hart!
  • Schummel dich unbedingt in die erste Startreihe und laufe wie ein Geisteskranker los – Spaß für einen Kilometer garantiert (oder ca. 4 Minuten), die restlichen 100KM (oder mehr – das hängt von deiner Strecke ab) kannst du es dann ja lockerer angehen lassen!
  • Mit müden Beinen in die erste Startreihe schummeln und dann wie ein Geisteskranker los rennen ist Selbstmord!
  • Wohne in einer Location mit möglichst vielen anderen Läufern – erst das macht es richtig wertvoll!
  • Optimiere deine Ausrüstung! Jedes Gramm über solch eine lange Distanz zählt!
  • Nicht jedes Wasser unterwegs ist trinkbar – wenn es scheiße schmeckt, ist die Wahrscheinlichkeit relativ hoch, dass Scheiße drin ist (sorry)!
  • Bleibe mindestens eine ganze Woche – nicht nur zum Akklimatisieren… hier gibt es so unglaublich viel zu entdecken!
  • Du kannst so viele Bergintervalle trainieren wie du willst – um dich auf diese Berge vorzubereiten, musst du in den Bergen trainieren! Und nur da!
  • Wenn du glaubst, bergauf laufen tut weh, bekommt Schmerz auf den Downhills hier eine neue Definition!
  • Nachts ist es glatt!
  • La Bovine ist Körperverletzung!
  • Assistance ist Gold wert – ein liebes Gesicht unterwegs gibt mentale Kraft für Stunden!
  • Vergiß nicht, rechtzeitig schönes Wetter zu bestellen!
  • Mein erster Satz im Ziel des CCC war „nie wieder“! – Absolut richtig, das nächste mal muss ich wohl den kompletten UTMB laufen!

4 Gedanken zu “Mein UTMB-Tagebuch 2013 (Teil 4)

  1. „Der Bovine ist Körperverletzung“? Na ja, bei schlechtem Wetter wohl noch eher.
    Ein sehr schöner Abschluissbericht, beim Lesen fühlte ich die braune Brühe auf der Zunge, die beim Runterschlucken im Abgang tief unten im Hals etwas kratzt … also lecker war das nicht.
    Das nächste Mal nimm einfach genug Fläschchen unseres Haussponsors „Erdinger Weißbier“ mit und trinke die, beschreibe die später, dann ist es auch in diesem Punkt für uns Leser wohlschmeckender.

    Die „Lobhudeleien“ aber bitte nicht ändern, das liest sich soooo schön …
    Dann auf zum UTMB 2014, wenn das Losglück Dir hold ist. Aber lass‘ Dir gesagt sein: ich bin 2009 den UTMB gelaufen und das Wetter war phantastisch. Dann habe ich drei Jahre dort ausgesetzt, es mit dem PTL, dem TdG und mit „gar nichts“ versucht – und das Wetter war jedesmal eine Katastrophe. 2013 war ich dann wieder dabei und wieder war das Wetter ein Traum.
    2014 aber werde ich den UTMB wohl nicht laufen, ich muss die PTL-Scharte doch auswetzen. Du weißt jetzt, was das für das Wetter 2014 bedeutet …

    • Tom das mit der Körperverletzung kam ursprünglich nicht von mir… du wirst ja am besten wissen, wer das zuerst behauptet hat. Ich hab’s nur bestätigt!
      Was das Wetter betrifft, mache ich mir keine Sorgen. Ich denke nicht, dass ich im nächsten Jahr den UTMB laufen will und werde. Mein Plan ist: Für 2014 melden und für 2015 einen Startplatz bekommen! Das wär was! 2014 dann vielleicht einfach „nur so“ hinfahren 🙂

    • Timo das war doch keine Absicht. :-p Vorher kam ich an zig Wasserstellen und Brunnen vorbei, die alle in Ordnung waren, doch nach X Stunden Lauferei hab ich da nicht mehr so genau drauf geachtet. Hinterher ist man immer schlauer. Beim nächsten mal befolge ich Tom’s Rat und nehme Erdinger mit, mindestens 20 Liter *hüstel*

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