Kevelaer Marathon 2016

Der Kevelaer Marathon ist traditionell der „Erste offizielle Marathon der Saison“ in Deutschland. Dabei ist dieser Lauf nicht nur irgendein beleibiger Stadtmarathon, sondern ein sehr liebevoll organisierter familiärer Lauf rund um das Team von Peter Wasser und die LLG Kevelaer.
Genau aus diesem Grunde versammeln sich dort im frühen Januar nicht nur die Straßen-Marathon-Cracks, sondern auch viele bekannte Gesichter aus der Ultralaufszene, die diesen Marathon nutzen, um die Laufgemeinde bei einem langen Trainingslauf im neuen Jahr wiederzutreffen.
Genau aus diesem Grund hat es mich nach meinem Start dort im im vergangenen Jahr auch dieses Jahr wieder dort hin gelockt. (Den Rennbericht aus dem Vorjahr findet ihr hier.)

Kevelaer Marathon 2016

Nach einem sehr guten Trainingsstart in das Jahr 2015 mit rund 80 Kilometern und knapp 5.000 Höhenmetern auf feinsten Bergtrails rund um die Zugspitze, war die zweite Woche des Jahres eher flacher und etwas flotter geplant.
Dafür standen bis zum Samstag nach einem längeren Lauf auch schon 60 zurückgelegte Kilometer im Trainingstagebuch. Zusammen mit dem Kevelaer-Marathon sollte also bereits die zweite Woche des Jahres eine Woche mit über 100 Laufkilometern werden.

Klar, dass ich es dann einmal etwas langsamer angehen wollte und so hatte ich mir vorgenommen ganz locker mit einem Schnitt von 7 Minuten pro Kilometer durchzutraben.

Und es kam genau so, wie ich es mir gewünscht hatte.
Eigentlich sogar noch viel besser.

Die Stimmung am Start war wie immer grandios und es gab das erwartete große „Hallo“. Außerdem noch einige ungläubige Blicke und Fragen á la: „Warst du nicht gestern noch in den Bergen unterwegs“ und „Was machst du denn hier bei einem Straßenlauf“.
Zugegeben: 42 flache Kilometer auf hartem, hässlichem Asphalt sind nun wirklich nicht mein bevorzugter Untergrund. Und erst recht nicht bei einem langen lockeren Lauf. Aber wie gesagt: Kevelaer ist einfach immer eine Reise Wert.

Also hieß es beim Start erst einmal hinten anstellen und vor Allem nicht überpacen. Denn das ist immer die größte Herausforderung. Bedenkt man, dass der größte Teil des Feldes hier irgendwo zwischen 3 und 4,5 Stunden fertig wird, muss man sich echt zusammenreissen, wirklich so langsam zu laufen, dass man seine Zielzeit von knapp 5 Stunden auch wirklich einhält. Zumal sich die Beine und der Körper echt gut anfühlen und ich eigentlich doch viel lieber eine Ecke schneller laufen würde.

Umso besser, dass ich nach ein paar Kilometern Deti und Holger, gute Lauffreunde von mir treffe. Beide haben heute in etwa das Gleiche wie ich in Bezug auf das Tempo vor. Deti ist Stammgast bei der Neander-Rallye und ich kenne ihn schon lange von allen möglichen Läufen. Ein echtes „Ultra-Original“ kann man sagen, der immer und überall für seine gute Stimmung, die er auf der Strecke verbreitet, bekannt ist. Holger war im letzten Jahr auch bei der Neander-Rallye über 240 Kilometer in Detis Support-Team und trägt heute stolz das Support-Shirt von der Neander-Rallye. Cool! Beide trainieren heute übrigens für den 100 Miler bei der TorTour de Ruhr an Pfingsten.

Und so grooven wir uns prima ein und geraten ins „Töttern“. Die Kilometern ziehen an uns vorbei wie im Flug und wir haben echt eine Menge Spaß. Sicherlich auch die Zuschauer, die von Deti immer wieder angefeuert und zur „La Ola“ aufgefordert werden (richtig gelesen, Deti feuert die Zuschauer an und nicht umgekehrt – wobei die Stimmung an der Strecke hier ohnehin auch immer super ist!). Einfach nur geil der Typ!

An irgend einem Verpflegungspunkt verlieren wir dann, so um den Kilometer 30, leider Holger und er fällt etwas zurück. Dafür nehme ich aber bewusster einen anderen Läufer wahr, der sich unserer kleinen Gruppe schon vor einer ganzen Weile angeschlossen hat. Helmut läuft in der M70 und steht heute bei der 14. Austragung des Kevelaer Marathons sage und schreibe zum 14. Mal an der Startlinie.
Was für eine tolle Leistung. Der Wunsch, auch mit über 70 noch so fit zu sein, ist wohl einer der größten den man als Sportler haben kann. Davor ziehe ich wirklich meinen Hut, das hat meinen allergrößten Respekt!

Glücklich im ZielKilometer um Kilometer gehen nun viel zu schnell vorbei. Wobei meine Beine schon das ungewohnte Terrain spüren.
Und wenn ich mich dann an unseren gemeinsamen Zieleinlauf erinnere, bekomme ich jetzt noch eine Gänsehaut. Deti und ich nehmen Helmut in die Mitte und zu dritt überqueren wir Hand in Hand die Ziellinie.

Was für ein grandioser Abschluss für einen wirklich genialen Tag!

Es hat wirklich alles gepasst, angefangen bei den ganzen tollen Leuten, über das sehr gleichmäßige Lauftempo, bis hin zum Wetter, das sich neben dem obligatorischem kalten Niederrhein-Wind für die Jahreszeit mit Sonne und strahlend blauem Himmel von seiner besten Seite gezeigt hat.

Lieber Helmut, lieber Holger, lieber Deti – es war mir eine Ehre den Tag auf diese Weise mit euch verbringen zu dürfen. Ich hätte mir keinen besseren Auftakt in die Saison 2016 vorstellen und wünschen können!

2 Gedanken zu “Kevelaer Marathon 2016

  1. Lieber Tom, es war mir eine sehr große Freude, Dich ein gutes Stück der Strecke zusammen mit Deti begleiten zu dürfen!!! Kurz vor KM 30 machten sich dann leider die Nachwirkungen der Erkältung bemerkbar…
    Mein besonderes Highlight an diesem Tag war es, ein paar Kilometer mit Helmut zu laufen – ihn kenne ich fast mein ganzes Läuferleben lang und es ist wirklich unglaublich und superschön, wie fit er in seinem Alter ist!

    Dir, Tom, möchte ich ein ganz ganz herzliches Dankeschön für Deinen tollen Bericht sagen!!! Und das hast völlig Recht, das Support-Shirt Deiner Neander-Rallye trage ich wirklich mit Stolz.

    Herzliche Grüße,
    Holger

    • Lieber Holger,
      vielen Dank! Es war ein super Tag, hat mir sehr gefallen.
      Hoffentlich laufen wir uns dieses Jahr mal wieder öfters über den Weg 😉
      Viele Grüße Tom

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