Double H Ultra – Hermannslauf Extrem

Der 156 Kilometer lange Hermannsweg, benannt nach Hermann dem Cherusker, auch bekannt als Arminius (Varusschlacht 9 n. Chr.), gilt als einer der schönsten Höhenwege Deutschlands und verläuft über den Kamm des Teutoburger Waldes. Der Weg wurde im Jahr 1902, gut 25 Jahre nach der Fertigstellung des Hermannsdenkmals, eingerichtet und ist über die volle Länge mit einem weißen H markiert. Zusammen mit dem Eggeweg bildet der Hermannsweg den Streckenwanderweg Hermannshöhen.

Wenn man diese Beschreibung liest, schreit das förmlich nach einer Laufveranstaltung!
Und so pilgern jedes Jahr 7000 Läufer am letzten Sonntag im April zum „Hermannslauf“, einem 31 Kilometer langen Rennen auf dem Hermannsweg mit Start am Hermannsdenkmal in Detmold und der Sparrenburg in Bielefeld als Ziel.
Der Hermannslauf ist in jedem Jahr nicht nur auf Grund seiner schönen Streckenführung, sondern auch wegen der tollen Atmosphäre innerhalb nur weniger Tage ausgebucht. Auch ich durfte diesen Lauf im Jahr 2012 bereits finishen und habe damals jeden einzelnen Kilometer genossen.

Am "Eisernen Anton"Umso sehr freute es mich, als ich Ende letzten Jahres eine Einladung zu einem Ultralauf auf dieser wunderschönen Strecke erhielt.
Sportsfreund Andreas Haverkamp, durch dessen „Wohnzimmer“ die Strecke verläuft, hatte den gesamten Hermannsweg bereits im Training abgelaufen und sich dazu entschieden, selbst einen Wettkampf auf dieser Strecke zu organisieren – fernab vom Anmeldedruck und den Massen einer Großveranstaltung.

Dafür aber als Einladungslauf mit viel mehr Herzblut und umso familiärer. Schließlich sollte dies auch seine Premiere als Veranstalter werden!

Und verrückt wie wir Ultra-Läufer nunmal sind,
ist die einfache Distanz nicht genug – nein wenn schon, dann bitte auch die doppelte Distanz, einmal hin und wieder zurück.
So spart man sich auch den Bustransfer, den jeder Hermannsläufer vom Original-Lauf her kennt.

Also hatte ich keine Sekunde gezögert und es war sofort klar, dass ich die Einladung herzlich gerne annehmen und teilnehmen würde – Auch wenn der Dragon Ultratrail vom vergangenen Wochenende noch in den Beinen steckt.

Und während am Samstag zig Läufer auf der Strecke für „ihren Lauf“ Ende April trainierten, fand für uns bei bestem Laufwetter also der erste „Double H Ultra“ statt.

Auf dem HermannswegFür mich ging es dabei schon recht früh los.
Bereits um 4:00 Uhr war für mich die Nacht zu Ende, schließlich sind es doch fast 170 Kilometer Anreise und das Race-Briefing stand bereits ab 6:45 Uhr an.
Das hat dann auch alles prima geklappt und nach dem Start am Naturfreundehaus in Bielefeld ging es erst einmal auf zwei „Einführungsrunden“ durch den Wald.
Die ersten der rund 1700 Höhenmeter wurden gesammelt und da auch heute wieder unsere allseits berühmt und berüchtigten Cracks aus der Region dabei waren, zog sich das Feld erwartungsgemäß schnell auseinander.

Nachdem wir anfänglich etwas Probleme mit der Streckenmarkierung hatten, fanden wir aber dann doch recht flott den Hermannsweg und liefen zunächst einmal entgegengesetzt des Hermannslaufs in Richtung Detmold.
Bis zum „Eisernen Anton“, an dem wir einen kurzen Fotostopp einlegten, blieben wir in der Gruppe zusammen. Danach entschied ich mich etwas mehr Gas zu geben, musste dann aber wenig später an einer „Umleitung“ wieder auf die Gruppe warten, weil ich keinen Plan mehr hatte, wo der Weg weiter ging.

"Gipfel der Hermanns-Alpen"Wir blieben nämlich nicht die gesamte Zeit über auf der Strecke des Hermannslaufs, sondern Andreas baute ortskundig auch die schönsten Trails der Region (inkl. „Gipfelmarkierung“), sowie über weite Strecken auch den Original-Höhenweg in den Race-Track ein.

An dieser Stelle noch einmal einen herzlichen Dank an Maren für den Tipp „wenn du nicht sicher bist… immer dem H nach“!

Und so folgte dann auch ein traumhaftes Stück über die „Alpen des Hermannswegs“, so wie Andreas es nennt, über einen kleinen Grat und einen sehr schönen Singletrail.

Ich war gut drauf, genoß den Trail und ließ es einfach laufen. Ab und zu lief ich immer wieder auf andere Lauffreunde auf, mit denen ich ein gemeinsames Stück des Wegs verbrachte, so zum Beispiel auch mit Hansi, oder Klaus.
Irgendwann kamen mir dann die Führenden entgegen, dass bedeutete die Hälfte der Strecke ist fast rum und schon ging es aufwärts in einem richtig steilen Anstieg zum Hermannsdenkmal. Genial, hier würde ich gerne öfters trainieren!

Am HermannsdenkmalNach der Umrundung und einem kurzen Check der Startnummer durch Andreas‘ Brüder die als Streckenposten fungierten, durfte ich dann auch direkt wieder auf den Downhill! Das was sonst so viel Spaß macht, war leider heute kein richtiger Genuss, denn nun spürte ich, dass nach einem „Umknicker“ relativ zu Beginn des Rennens beim Bergablaufen das rechte Fußgelenk schmerzt.

Nichts desto trotz ging es locker weiter auf den zweiten Teil der Strecke.
Und auch der Verpflegungspunkt bei „Bienen Schmidt“, der an diesem Tag zwei mal angelaufen wurde, kam schon bald wieder in Sicht.
Hier konnte ich bei Kilometer 45 ein letztes mal die Trinkflaschen auffüllen und ein paar Leckereien zu mir nehmen.

Einen ganz herzlichen Dank an Cordula und Serif vom VP. Wenn ich Orangen bekomme, bin ich eh schon im 7. Läuferhimmel und eure Versorgung und „Betüddelung“ war wirklich EXTRAKLASSE!

Ab hier ging es auf das letzte Stück und bald hatte ich wieder Gesellschaft. Diesmal war es Peer aus der anfänglichen Gruppe, der von hinten angeflogen kam und der so locker drauf war, dass ich ihn bald ziehen lassen musste.
Besonders bergab war es mittlerweile bei mir auch eher ein Gehumpel, als ein flüssiges Laufen. Vorher namen wir aber noch die bei allen Hermannsläufern bekannten „Treppen von Lämershagen“ für einen Schnappschuss mit.

Ohne Verpflegung keine BewegungDann waren die 62 Kilometer auch schon im Kasten.
Alles in Allem bin ich mit der Zeit sehr zufrieden und gleichzeitig ist mein dritter langer „offizieller“ Lauf im März gefinished!
Nach einer heißen Dusche gab es dann eine herzhafte und sehr leckere Zielverpflegung nebst Erdinger.

Und als dann alle im Ziel waren, wartete als Höhepunkt die wirklich unterhaltsame Siegerehrung mit allseits extrem guter Laune und Verleihung der Finisher-Shirts!

Ein großes Dankeschön an Andreas für die sehr herzliche Veranstaltung!

Einen ganz lieben Dank auch an deine Familie, deine Freundin und deine gesamten Crew!
Das war ein tolles Event und eine gelungene Premiere – die nächsten Veranstaltungen können kommen… Advanced! 😉

Treppen von Lämershagen
Siegerehrung

4 Gedanken zu “Double H Ultra – Hermannslauf Extrem

  1. Supi Bericht zu supi Lauf. In jedem Fall muss man dort noch einmal laufen. So mit GPS-Track und ortskundigen Trailläufern, um auch alle markierten Highlights zu finden 😉

  2. Besser hätte man es nicht Verfassen können !!dank an alle 😉 die dabei gewesen sind ob Läufer/Helfer/Organisatoren

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