Salomon 4 Trails 2015 – 4.Etappe

Die 4. Etappe der Salomon 4 Trails 2015 von Lofer nach Maria Alm war nicht nur die diesjährige Königsetappe, sondern ein mehr als würdiger Höhepunkt vierer phantastischer Tage!

Das alpine Laufjahr 2015 stand trotz des heißen Sommers bislang unter keinem guten Stern, was die Durchführung von Laufwettbewerben auf geplanten Originalrouten betrifft. Egal wo man hinschaut, alternative Routen, Rennabbrüche, Verkürzungen sind in diesem Jahr nicht die Ausnahme, sondern die Regel.
Mich hat es bislang auch bei allen meinen Starts erwischt. Sowohl der ZUT, der Zugspitz Marathon, als auch die bisherigen Etappen der 4 Trails fanden auf kurzfristig geänderten Strecken statt.

Streckenprofil 4. EtappeUmso glücklicher bin ich im Nachhinein, dass ausgerechnet diese vierte Etappe auf der geplanten Route gelaufen wurde.
Ein hochalpiner Marathon gespickt mit reichlich Höhenmetern im hochalpinen Gelände sollte es werden, bei dem wir das Steinerne Meer im Salzburger land queren. Das klingt nicht nur gut – das war es auch!
Wie gewohnt reihen wir uns in unseren Startblock ein.
Noch einmal das übliche Ritual, bevor die Meute zu „Highway to Hell“ das Örtchen Lofer verlässt, um sich bald im gewohnten Gänsemarsch in Richtung Trail zu begeben.

Wir finden recht schnell eine kleine Gruppe, mit der wir zu Beginn einen guten Teil der Strecke zusammen laufen.
Ich genieße das Alpenpanorama und versuche heute noch einmal so viel wie möglich davon im Bild festzuhalten.

Es geht mehr oder weniger die ganze Zeit bergauf und es wird immer alpiner. Heute ist einfach nur ein traumhaft schöner Hochsommertag vor einer wahnsinns Bergkulisse.
Irgendwann erreichen wir einen Verpflegungspunkt an einem Stausee und ich bin froh, dass uns die Jungs und Mädels, die uns bereits seit 4 Tagen betüddeln heute sogar mit Sonnencreme versorgen.

Ein kurzer Blick zurückAb jetzt geht es steiler bergauf.
Der Talkessel erinnert mich ein wenig an das obere Reintal an der Zugspitze und bald erreichen wir ein großes Schotterfeld.
Nun befinden wir uns direkt am Einstieg in das Steinerne Meer, das wir über eine Querung erreichen. Ein kurzer Blick zurück und der mittlerweile winzig klein gewordene Stausee glitzert in der Sonne.

Nun wird es so richtig hochalpin und wir sind mitten drin. Oben alles verblockt, Schneefelder und ein unglaublicher Ausblick.
Wir erreichen die Ingolstädter Hütte, genau genommen führt der Weg mitten durch die gut gefüllte Terrasse. Ich denke kurz daran, wie es wohl wäre jetzt einfach einen Stopp für ein schönes Kaltgetränk einzulegen.

Doch wir wissen dass die nächsten Kilometer technisch richtig schwierig werden. Der kurze Abschnitt zum Riemann Haus ist für Wanderer mit einer Gehzeit von 3,5 Stunden angegeben.
Und tatsächlich kommen wir im Steinernen Meer nur recht langsam voran. Wo es geht laufen wir und haben jede Menge Spaß bei der ein oder anderen Rutschpartie auf dem Schnee. Alles oberhalb von 2.000 bis auf 2.300 Metern Höhe.
Und immer wieder diese Aussicht!

Im Steinernen Meer - Bild von Sportograf

Irgendwann beginnen wir zu pushen, denn plötzlich sind wir recht nah am Cut Off. Zumindest rechnerisch, denn wir wissen, dass wir noch einen nicht laufbaren Abstieg vor uns haben, der sicherlich noch einmal etwas Zeit kosten wird.

Nicht laufbar ist gut…

Riemannhaus und SommersteinAls wir das Riemannhaus erreichen (hier mit dem imposanten Sommerstein im Hintergrund) , sehen wir wie steil der Abstieg nach Maria Alm wirklich ist.
Alles über einen Drahtseil versicherten Steig!
Mittlerweile sind wir aber wieder viel lockerer unterwegs, denn die Bergwacht hat uns mitgeteilt, dass es heute keinen Cut Off mehr gibt. Hinter uns sind noch zig Läufer im Berg und hier oben hat es angefangen zu nieseln. Safety First, eine gute Entscheidung!

Mein lieber Scholli, geht es hier steil bergab. 800 Höhenmeter fast vertikal nach unten und dann noch mal 800 Höhenmeter etwas laufbarer.

Bei einem flüchtigen Blick zurück können wir kaum glauben, dass wir dort gerade runter gekommen sind.
Doch das alles ist jetzt egal, denn wir sind nun kurz vor dem Ziel. Jetzt wissen wir es:

Wir sind Finisher der Salomon 4 Trails!

Ab hier genießen wir jeden Schritt. Auch wenn jeder Schritt mittlerweile weh tut. Genau so wie gestern zeigt meine Ambit deutlich mehr Höhenmeter als ursprünglich angegeben. Knapp 2.700 Höhenmeter aufwärts und 2.500 Höhenmeter abwärts. Nicht schlecht für einen Marathon!

Finisher Salomon 4 Trails 2015Und dann sehen wir den roten Teppich, der hier blau ist. Stellvertretend für die Farben der Hochkönig Region.

Maria Alm – wir sind da… unglaublich.
Sanne und ich liegen uns in den Armen, wir haben es geschafft!

Der Rest des Abends zieht fast schemenhaft an uns vorbei. Abschlussparty. Verleihung der Finisher Shirts.
Ein Abendessen mit vielen Freunden.
Was für ein Event.
Was für ein Abschluss!
Die 4 Trails sind gerockt!

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